Entgelttransparenz - Was ist eine „Joint Pay Assessment“ (JPA)?

Die Beseitigung bestehender Ungleichheiten erfordert Zeit. Die Schließung von Gender Pay Gaps ist keine Aufgabe, die über Nacht erledigt werden kann; sie kann mehrere Überprüfungszyklen erfordern.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für Unternehmen, mit den Vorbereitungen zu beginnen. Verzögerungen könnten dazu führen, dass Unternehmen bei Fristablauf unter Druck geraten, komplexe Anforderungen zu erfüllen.

Proaktive Maßnahmen sind daher entscheidend, um eine Kultur der Gleichheit und Fairness zu fördern.

Eine Joint Pay Assessment (JPA) ist eine umfassende Prüfung der Entgeltgleichheit, die in Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretungen durchgeführt wird. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Vergütungsunterschiede innerhalb eines Unternehmens gründlich zu untersuchen, insbesondere um festzustellen, ob diese Unterschiede geschlechtsbedingt sind.

Das übergeordnete Ziel besteht darin, ungerechtfertigte Lohnunterschiede zu beseitigen, die nicht durch objektive, geschlechtsneutrale Faktoren erklärt werden können.

Wann ist eine JPA erforderlich?

Damit eine JPA notwendig wird, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein:

  • Erheblicher Gender Pay Gap: 5 % oder mehr Unterschied im durchschnittlichen Entgelt
  • Fehlende Rechtfertigung: Keine objektiven, geschlechtsneutralen Gründe vorhanden
  • Nicht behobene Ungleichheit: Keine Korrektur innerhalb von 6 Monaten

Definition von Arbeitnehmerkategorien

Um den Gender Pay Gap korrekt zu bewerten, müssen Stellen nach Tätigkeiten oder dem Wert der Arbeit kategorisiert werden.

Diese Einteilungen müssen auf objektiven, geschlechtsneutralen Kriterien basieren, um faire Bewertungen sicherzustellen und Verzerrungen zu vermeiden.

Was umfasst der Begriff „Entgelt“?

Die Definition von Entgelt umfasst:

  • Grundgehalt
  • Boni
  • Provisionen
  • Überstundenvergütung
  • Zulagen
  • Zusatzleistungen

Diese ganzheitliche Betrachtung verhindert, dass Unterschiede verschleiert werden.

Identifizierung ungerechtfertigter Lohnunterschiede

Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretungen.

Unterschiede können gerechtfertigt sein durch:

  • Standort
  • Leistungsbewertung
  • Betriebszugehörigkeit
  • Qualifikationen

Fehlt eine klare Erklärung, ist eine JPA erforderlich.

Die Bedeutung von Arbeitnehmervertretungen

Arbeitnehmervertretungen sichern Transparenz und Rechenschaftspflicht im Prozess.

Die genaue Zusammensetzung wird national geregelt, häufig sind Wahlen erforderlich.

Der JPA-Prozess

Die EU-Richtlinie definiert Mindestanforderungen:

  • Analyse der Geschlechterverteilung
  • Durchschnittliche Entgelte nach Geschlecht
  • Analyse von Entgeltunterschieden
  • Daten zu Gehaltsentwicklungen nach Eltern-/Pflegezeit
  • Maßnahmenvorschläge
  • Bewertung früherer Maßnahmen

Analyse von Lohnunterschieden

Typische Methoden sind:

  • Vergleichsanalyse: Worst-Case-Vergleich innerhalb einer Kategorie
  • Regressionsanalyse: Zusammenhang zwischen Einflussfaktoren
  • Quantilsregression: Analyse über gesamte Gehaltsverteilung

Maßnahmen zur Beseitigung

  • Überarbeitung von Vergütungsprozessen
  • Anpassung von Recruiting-Prozessen
  • Reduktion von Ermessensspielräumen
  • Schulungen zu Bias

Fazit

Unternehmen sollten sich frühzeitig auf die EU-Richtlinie vorbereiten.

Proaktive Maßnahmen reduzieren Risiken und fördern Gleichberechtigung.

Das Ignorieren erhöht das Risiko von Klagen und Reputationsschäden.

Kurzfassung

Was ist eine Joint Pay Assessment?

Eine gemeinsame Prüfung von Entgeltunterschieden zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretungen.

Wann ist sie erforderlich?

  • Gender Pay Gap ≥ 5 %
  • Nicht objektiv erklärbar
  • Nicht innerhalb von 6 Monaten behoben

Was wird geprüft?

  • Vergleichbarkeit von Tätigkeiten
  • Gesamtes Entgelt (inkl. Boni etc.)
  • Ursachen der Unterschiede
  • Wirksamkeit von Maßnahmen

Warum ist das wichtig?

Die Schließung von Lohnlücken erfordert Zeit und systematische Anpassungen.

Abschließendes Fazit

Jetzt handeln statt später reagieren: Proaktive Unternehmen stärken Fairness und minimieren Risiken.

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